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Tierarzt Anton Walter
Ihr vertrauenswürdiger Tierarzt für Lüchow / Dannenberg und Umgebung
http://www.anton-walter.de/ - Zuletzt aktualisiert am: 27.07.2005





        

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»Wie alt?« frag i daher.
»Zwaaj ährig 1« erwidert der fromme Mann, und er wundert sich, daß ich überrascht auf spring und ausruf : »Omnipotentia 1 Wie heißt sie?«
Hochwürden schaut in den Papieren nach, die vor ihm auf dem Schreibtisch liegen, und bekennt: »Madelon 1 «
Das kommt mir schon nimmer böhmisch, sondern schon französisch vor, und ich sag ganz sachlich:
»Kann stimmen, vor zirka drei Jahren warst in Lourdes. Dort geschehen halt doch Wunder ... «
»Hinaus, frevler Unzuchtdenker1« erbost sich da Hochwürden. »Sonst ruf i die Emerenz!«
Ich geh natürlich gleich, denn lebensgefährlich drohen laß i mir net gern, denn die Emerenz hat Drahthaar auf dö Zähnt.
Wann unser Hochwürden nur net immer gleich so gach war, Kardinal hält er schon sein können! Daheim hab ich der Ungarischen natürlich aus Rache für den Hinauswurf die Sache recht farbig und plastisch dargestellt, und da ergibt es sich zum Schluß, daß sie alles glaubt und unserem guten Hochwürden das Zweijährige zutraut, woraus wiederum hervorgeht, daß die Frauen den Männern halt viel eher romantisch-sündhafte Dinge glauben als eine schlichte Wahrheit, die etwa darin besteht, daß einer mit einem Freunde die ganze Nacht durchgezecht hat und deshalb dem Ehebett fern-bleiben mußte.
Die Ungarische eilt also gleich zu unserem Kurbeltelefon und ruft den Pfarrer an. Sie erklärt ihm, daß er ihrer Hilfe ganz gewiß sein könne und er solle das Kleine nur herbringen lassen.
Mehr hat sie taktvollerweise nicht gesagt und ihn auch, wie es ihre Art ist, nicht weiter zu Dankesworten kommen lassen.
Bald darauf erscheint der Loisl und ist sichtlich aufgeregt. Er will reden, aber die Ungarische sagt gleich :
»Strapazier di net, wir wissen die G'schicht vom Pfarrer schon. «
Da ist der Loisl sichtlich enttäuscht und zuckt die Achseln. Wer aber die Frauen kennt, wird wissen, daß ihn die Ungarische nun erst recht zum Reden bewegen will, um vielleicht mehr von ihm zu er-fahren, als ich ihr erzählt hab.
»Ja, a Fuchs is' nachher ...«, will er beginnen. Da fährt ihm die Ungarische dazwischen und sagt:
»Drückt euch doch net allerweil so pferdsmäßig aus. Blond ist die Kleine!«
Der Loisl schaut ziemlich versprengt drein und sagt dann, nachgiebig wie ein Irrenarzt:
»Ja, ganz g'wiß, blond is' ! «
Dann schaut er mich an, und tiefes Mitleid liegt in seinem Blick.
»Und das noch in dem Alter ...«, bemerkt die Ungarische, um das Gespräch wieder in Gang zu bringen.
»Na ja«, meint der Loisl, »aans is amal sicher wie's Amen im Gebet, fahr'n kann er's net!«
»Was heißt denn fahr'n?« fragt die Ungarische. »Der Pfarrgarten is doch groß g'nug, da kann's leicht in a'm Lauf g'stell umanandkrabbeln. «
Wieder wundert sich der Loisl, daß sie sich so unroßmäßig ausdrückt, das seh ich an seinem erschrockenen Gesichtsausdruck. Und schließlich fragt er direkt:
»Sagt's amal, fühlt's ihr euch bei voller Gesundheit? I maan halt, ob ihr im Hirn ganz vollzählig beieinand seid's. Von was, denkt's ihr denn, daß i eigentlich red?«
»Du redst ganz g'schert daher, aber ganz sau-dumm, muß i schon sagen'« entfährt es mir.
»Ganz recht hat der Schorschl 1« hilft mir die Ungarische. »Bis jetzt hast überhaupt nix G'scheits g'sagt.«
»Weilst mi net zu Wort kommen läßt!« wehrt sich der Loisl.
»Nachher red also endlich ! « fährt ihn die Ungarische an. »Aber eins sag i dir, i hab 'm Hochwürd'n meine Hilfe zug'sagt, und was i versprech, das halt i! Das wißt's doch, ös zwaa!«
»0 mei«, meint der Loisl, »wann di das nur net reut' Dö Dings, dö Madelon is nämlich a ganz a unbeschriebenes Blatt. Bis d' was aus der aussaholn kannst, mußt erst vüi Schweiß und Geld neistecken 1 «
 

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