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 Tierarzt-Gorleben:

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Tierarzt Anton Walter
Ihr vertrauenswürdiger Tierarzt für Lüchow / Dannenberg und Umgebung
http://www.anton-walter.de/ - Zuletzt aktualisiert am: 27.07.2005





        

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Die blonde Erbschaft
Da komm ich also grad zu Fuß, weil der Aladin, der Sohn vom Majestätischen und der Deflorata, mei G'wicht noch net tragt, von unserer Heuwies'n heimwärts, und beim Pfarrgarten steht der Flieder in der Blüh, daß es Stehln noch schöner is als es Riech'n.
I brock mir 's erste Zweigerl, i brock's nächste, dabei kann i net amal auf Qualität schaun, weil i allerweil aufs Kuchlfenster spann, damit die alte Emerentia mir net a ganz unchristliche Gosch'n an-hängt, weil 's mi halt jed's Jahr beim Fliederstehin derwischt.
Statt dessen geht 's Studierzimmerfenster auf, und unser Hochwürden ruft flüsternd zu mir hin-aus, wie Gottes guter Zuspruch persönlich so sanft:
»Unheiliger, geh eini! I hätt' was zum Reden!«
»Hast an guten Enzian aa?« frag i zurück, weil i mich auf kaa unsicher's G'schäft net einlaß.
»Hab i aa ! « deutet Hochwürden mit Trinkbewegungen zurück. Aber so rasch geht's aa wieder net, weil i ja den Aladin, der was zwaa Jahr und a rechter Roßlausbua gewesen is, bei mir hab und außerdem dö Zweigerin vom Flieder.
»Von mir aus trag halt den ganzen Fliederbuschen samt der Wurzel fort, aber, i bitt gar schön, komm eini ! « wird der Hochwürden dringlich.
I betret also samt Aladin und Flieder den Vor-garten, und während Aladin im jungen Salat von der Emerenz auf die Weid geht, schleich i mich ins Pfarrhaus, frech mit dem Flieder in der Linken, weil mich Hochwürden gleich bei der Recht'n ins Studierzimmer zerrt. Nachdem er die Tür per Schlüssel versperrt hat, fangt er an:
»Schorschl, unheiliger, a Vermächtnis! A Vermächtnis ! «
Und dabei tut er so aufg'regt, als wann i der Fürsterzbischof selber wär, der ihm die Kirchenkassa kontrollieren kommt.
»Gib an Enzian außa, Hochwürd'n!« sag i kalt-herzig.
»Da, trink aus der Flasch'n!« sagt er drauf. »Wirst es nötig haben!«
Ich nehm also an Schluck, der größeren Unglücksfällen des Lebens entspricht, aus der Flasche, wisch mir den Bart und bin auf alles gefaßt.
»I hab was Gerichtliches kriegt ! « verkündet der alte Pfarrer. »I soll's zu mir nehmen!«
Nun denkt natürlich a jeder g'sund empfindende Mann mit einiger Vergangenheit an Jahren bei solchen Andeutungen von gerichtlich und zu sich nehmen heftig in den letzten zehn Jahren seines eigenen Lebenswandels herum und kommt aufs Nächstliegende.
»Ja, sag mal!« frag i daher geradezu. »Was und wie is es denn ... «
»Fuchsert ! «
»Alsdann blond!« erwider i, weil i noch allerweil rein menschlich denk. Hochwürden kichert auf und sagt:
»Komma sag'n ! Kamma sag'n ! Blond mit Blesse 1«
»Nachher«, erwider ich drauf, immer noch harmos wie der erste Mensch, »nachher hat dö Mutter wenig rote Blutkörperchen g'habt, denn beim Vater kann's net fehln bei dero Rotweinnasen.«
»Wer spricht von der Mutter?« sagt Hochwürden. »Der Vater war halt einer von denen, dö wo sich gut vererben! «
Gut, denk i, der Janos hat sich gut vererbt, sein Bub hat fast auch schon einen Schnurrbart, warum soll der Hochwürden net auch ein solcher sein, der, wann er amal stirbt, kaa Lück'n hinterläßt, sondern Nachfahren. I denk also ganz natürlich, weil mir das von der Roßzucht so überkommen ist und ich mir sag, daß der Hochwürden sein männliches Lichterl gar zu lange untern Scheffel gestellt hat.
 

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