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| »Na ja, nun ist es also g'schehn«, unterbricht die Ungarische den Loisl leider. Hochwürden atmet auf und fragt mit dem nächsten Schnaufer, den er tut: »Aber was soll denn nun mit der Madelon geschehn?« »Na, herbringen und aufziehn 1« sagt die Ungarische. »Aber ihr müßt's halt im eurigen Stall unter-bringen!« wird der Pfarrer bittlich. Darauf folgt Stille, und dann kommt die Ungarische aber blitzsauber in Schwung: »Ja, Hochwürd'n, bist denn überg'schnappt? Weil der Herr Jesus in a'm Stall geboren worden is, nachher willst du, daß das arme Wesen aa im Stall...?« Sie kann im Augenblick nicht weiter vor verwunderter Empörung. »Ja, g'wiß«, sagt der Pfarrer gedämpft, »a arms Hascherl is es schon, steht jetzt ganz allaa in der Welt ... « »Hat's denn kaa Mutter mehr?« »Aber wo 1« wirft der Loisl ein. »Nach dö Papier muaß dö mindestens so a achtzehn Jahr alt sein ...« Das gibt der Ungarischen den Rest. Sie mustert den Hochwürden wie ein Roß auf seine Fähigkeiten und ruft aus : »Ja, Hochwürden, so aaner bist? Und das Dirndl is erst zwaa Jahr?« Bei dem »Dirndl« kommt noch keiner auf was, weil's bei uns halt der Brauch is, die Pferde menschlich-familiär anzureden. »Bitt schön, Gräfin, i möcht mi erst amal für die spontane Hilf durchs Telefon bedanken«, sagt Hochwürden recht schleppend. »Na, i bedank mi aa!« erwidert die Ungarische schwach lächelnd. Ich selber sag gar nix, sondern denk nur drüber nach, was einem Manne, selbst einem hochwürdigen, alles im Leben passieren kann. Der Loisl stößt mich mit dem Fuß unterm Tisch an und sagt: »Ja, woll ma net auf a so a freudig's Ereignis a Stamperl Schnaps trinken?« Und zum Pfarrer gewandt, fährt er fort: »Nun ruck endlich amal außa mit dö Dokumenter, sonst verhungert uns ja dös Viecherl am End noch!« Die Ungarische macht nur eine Handbewegung, die völligen geistigen und seelischen Niederbruch andeutet. Ich hol die Enzianflasche und setz vier Stamperin auf den Tisch. Während ich mit unsicherer Hand einschenk, schiebt unser Hochwürden der Ungarischen ein dickes, gelbes Kuvert zu. Mit behutsamen Fingern, als würde sie ein Paket öffnen, das vermutlich eine Höllenmaschine enthält, entnimmt sie dem Umschlag eine Anzahl gestempelter Dokumente, und grad wie ich seh, daß ein Papier dabei ist, das einem Pferdeabstammungsnachweis, einem Pedigree, verteufelt ähnlich sieht, langt mir die Ungarische über den Tisch hinweg eine Watschn. Dazu sagt sie nur schlicht: »Du Schuft, ölendiger1« Da ich in solchen Fällen nie gleich was erwider, fang ich beinah noch eine, die ich aber abducken kann. »Wißt ihr, warum i meinen Ehegatten züchtig'?« fragt sie dann den Hochwürden und den Loisl, Beide mischen sich lieber nicht ein, sondern schweigen. So kann sie fortfahren: »Weil dieser Erzhallodri mir eingeredet hat, die Madelon wär a uneheliche Tochter vom Hoch-würden, und dabei is das Kind a Pferderl!« Nun bricht der Loisl in ein Lachgebrüll aus, das ihm die Stirnadern auftreibt wie mittlere Strick, und dabei haut er mich auf die Schulter und ruft bei jedem Hieb aus: »Naa, sauber hast das g'macht! Sauber!« Ich würd ja auch gern lachen, trau mich aber net, weil i mir ja dann den Wahrheitsbeweis versauen möcht. |
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