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| Da schaut sein liebes, rundes Gesicht mit der kapitalen Nasen übers Geländer, und er jubelt auf: »Naa, gibt's denn dös aa? Der Schorschi 1 Na, komm nur gleich herauf mit deinem Spezi! I geh bloß mei Morgengebet verrichten. — Mimi, Besuch kommt!« »Du«, sag ich zum Loisl, »blamier mi net! Pack ma die paar Stufen noch 1« Dem Loisl ist schon alles gleich, aber wie uns oben die fesche Frau Mimi erwartet, da ermannt er sich und legt einen ländlichen Kavalier hin, daß es förmlich nach Wald und Weide riecht. Nach Handibussis, die dem Loisl immer gern etwas sinnlich geraten, geleitet uns die Mimi ins Wohnzimmer, und weil man da schnurstracks ins Atelier hineinblicken kann, ist der Loisl schon drinnen und schaut und pfeift auf die Frau des Hauses, denn bei der Kunst kennt er kaane Würschtln. So kann ich also der Mimi, deren Temperament ihr's meist schwer macht, zusammenhängend zuzuhören, den höchstwahrscheinlich sehr fragwürdigen Zweck unserer Reise erklären. Dann aber taucht Ceferl auf, und weil der Loisl den Erzeuger der vielen Prachtstücke von Pferdebildern sehen muß, kommt er auch aus dem Atelier, und es hebt ein gewaltiges Begrüßen an, auf das erst einmal ein Kognak genommen werden muß. Ceferl ist nämlich auf diesem Gebiete Experte, er hat noch jedes Kognakduell gewonnen und ist dann aus der Bodega zu Fuß heimgegangen, inklusive Aufstieg bis zum fünften Stock. Während die Mimi sich um den Mokka kümmert, bete ich den Zweck unserer Reise nochmals her, und der Ceferl, der jeden Traber, der in der Krieau im Stall steht, kennt, setzt plötzlich Kräuselfalten an der Nasenwurzel an, als er den Namen »Madelon« hört. Und in seiner ruhigen Art berichtet er dann, daß dieses süße Geschöpf schon beim ersten Einspannen einen stabilen Fohlenwagen so zugerichtet hat, daß er nur noch teils als Unterzündholz und teils als Schrott zu verkaufen gewesen sei. Der Besitzer von Madelon habe sich darüber derart gekränkt, daß er stracks in die Gruben gefahren sei. »Ja«, fährt der Ceferl fort, »eine schöne Leich war's I I war mit 'm Hutschi beim Begräbnis.« Auf meine Frage nach dem Madelon-Besitzer, der unserm Hochwürden sein leibhaftiger Bruder ist, erzählt Ceferl weiter, daß selbiger ein rechtschaffner Mann gewesen ist und ein Herz für Wein, Weib und vor allem für die Pferderin gehabt hat, aber allerweil an Traberrösser geraten ist, die aus-gesprochene Mistviecher gewesen sind. Ich zeig dem Ceferl sämtliche Papiere vom Notar und Gericht, und er sagt schließlich, daß die Zehn-tausend jetzt schon tschari sind, weil Madelon nicht einmal ein Rennen im Alleingang gewinnen kann, sie bricht nämlich vorm Start schon aus. |
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