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 Reitsport-Polo:





        

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Nachdem der Loisl sich ausgetobt hat, geh ich auf den Hochwürden los :
»Hast du mir g'sagt, daß es sich um a Roß dreht? Hast es oder net?«
»Ja, wannst mi jetzt fragst«, stottert der Hoch-würden herum, »nachher wüßt i mit Bestimmtheit net g'nau . . . Aber du hast's mir eingeredt, es wär a Kind und kaa Rößl ... «
»Und hast du dementiert? Hast das? Nix hast' 'nausg'schmissen hast mi 1 Und i bin 'gangen, weil i mir denkt hab, daß i dir bei deiner Schand, die über di kommen is, nix verübeln darf. Und nachher hab i der Meinigen alles erzöllt. Dös is der Tatbestand, und warnst dös bestreitst, nachher bist meineidig, gleich beim ersten Wort!«
Hochwürden murmelt etwas von Mißverständnissen, der Loisl lacht wieder lebensgefährlich auf, und der Ungarischen sehe ich es am G'schau an, daß sie, vorsichtshalber und gewitzt durch den Um-gang mit uns, keinem ein Wort glaubt. Aber wenn sie jetzt auch die ganze Sache übergeht und die Dokumente weiterstudiert, so weiß ich doch gewiß, daß das hochnotpeinliche Verhör losgehen wird, sowie die beiden nur aus dem Haus sind. Also hab ich ein verständliches Interesse daran, den Loisl und den Pfarrer durch fleißiges Einschenken zum Bleiben zu bewegen, denn welcher Mann erhebt sich schon gerne von einem Tische, solang noch köstliche Flüssigkeit in der Flasche ist, die drauf steht?
»Also, da schau her, a Pferd is also die Madelon! Was denn nachher für aans?« frag ich, während ich rundum einschenk.
»A Traberin!« sagt die Ungarische und pfeilt mir einen Blick mitten ins Antlitz, der aber nicht ganz ankommt, weil sie sieht, daß meine Wange, die zünftig brennt, wohl auch leicht aufgegangen ist. »Hat's dir was 'tan?« fragt sie weiter und deutet auf ihre Wange.
»Aber naa«, sag ich. »Angenehm warm is, am End könnt i mi dran g'wöhnen ! «
»Du, horch, geistlicher Rat«, wendet sie sich dann an den Pfarrer, »mei spontanes Nothilfsangebot war ja eigentlich nur gedacht für den Fall, daß das Roß a Kind g'wesen wär. Und i bin eigentlich von dir enttäuscht. Aber was i g'sagt hab, das hab i g'sagt. I hilf dir!«
Der Hochwürden, dem das wie Balsam eingeht, versucht, ihr die Hand zu küssen zum Dank, aber sie entzieht sie ihm und deutet auf einen Satz im notariellen Schriftsatz:
»Sag amal, war dein Bruder dir feindlich g'sinnt, oder hat der sich bloß a Hetz machen woll'n? Da steht ganz neuhochdeutsch geschrieben, und i les jetzt vor – Loisl, Schorschl, saufts net allerweil heimlich, das spann i nämlich, sondern sperrts dö Ohrwascheln auf! – da steht also: Der Hochwürden Pfarrer Sowieso bekommt die vom Erblasser aus-gesetzten – sagt's amal, a Erblasser, das is doch der tote Bruder – Gott hab ihn selig ! – der halt erblaßt is – also, die vom Erblasser ausgesetzten Schilling zehntausend erst dann ausbezahlt, wenn es ihm gelungen ist, mit der Stute Madelon drei Rennen zu gewinnen. Grüß Gott, kann i da nur sagen!«
»Zeig amal dö Abstammung her ! « sag ich zur Ungarischen. »Wann's nix haaßt, nachher trittst a so a g'fährliche Erbschaft gar net erst an, Hoch-würden, da ruinierst di ja!«
Die Ungarische gibt mir das Pedigree nicht her, sondern verkündet: »Samma Freund oder net?« »Samma!« knurrt der Loisl als Echo.
»Alsdann!« fährt die Ungarische fort und erhebt sich beinahe, sie schmeißt sich also in den Busen und redet wie der Vorsitzende von einem Aufsichtsrat daher:
»Die Madelon wird der Hochwürden übernehmen, die Erbschaft antreten! Und ös zwaa Lackln werdet's dö Stut'n trainiern, aber a Arbeit werd's ös liefern, daß der Hunyady-Preis für das Rößl a Spazierfahrt is 1«
»Na, bitt schön, wann dös Luder net rennt, nach-her bau ma im Sulky an Hilfsmotor 'nein und mach'n ihr lange Schritt«, bemerkt der Loisl, der Unrat wittert.
»Hat denn dei ungeistlicher Brudern wenigstens an leicht'n Sterbefall g'habt?« frag ich aus Verlegenheit den Pfarrer.
 

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