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| Überraschungen und die erwarteten Favoritenerfolge bestimmten das hochkarätig besetzte internationale Reit- und Springturnier in Stuttgart. Markus Merschformann (Sendenhorst) sorgte mit seinem Sieg beim German Master mit Camirez für eine kleine Sensation, auch wenn er sich den Triumph mit dem zeitgleichen Briten Michael Whitaker teilen musste. Dagegen waren die Erfolge von Doppel-Europameisterin Ulla Salzgeber (Bad Wörishofen) beim Dressur-Grand-Prix und von Vierspänner-Spezialist Michael Freund (Dreieich) bei der Weltcup-Premiere fast eine Selbstverständlichkeit. Das wichtigste Springen nur für Amazonen entschied Alison Firestone für sich. Die Amerikanerin setzte sich am Samstagabend mit dem elf Jahre alten Wallach Casanova im Ladies German Master durch. Zweite wurde Katharina Offel (Bissingen) mit Divine vor der irischen Mannschafts-Europameisterin Jessica Kürten mit Paavo. Am späten Abend zuvor beendeten Merschformann und Whitaker auf Handel das Stechen beim höchstdotierten deutschen Hallen-Reitturnier zeitgleich ohne Fehlerpunkte in 35,87 Sekunden. Der zweimalige Mannschafts-Olympiasieger Franke Sloothaak (Borgholzhausen) erreichte Freitagnacht vor 7500 Zuschauern in der ausverkauften Schleyer-Halle mit Gio Granno (0 Fehler/36,91 Sekunden) den dritten Platz. Merschformann hatte sich als Zwölfter gerade noch für die Entscheidung qualifizieren können. Im Stechen trumpfte der 29 Jahre alte Schüler von Bundestrainer Kurt Gravemeier groß auf und sicherte sich nach der Mannschafts-Europameisterschaft von 1997 seinen zweiten internationalen Titel. Nach drei Master-Erfolgen seines älteren Bruders John feierte Michael Whitaker erstmals einen Sieg. Merschformann und Whitaker erhielten je ein Auto im Wert von 62 000 Mark (etwa 32 000 Euro). Die schnellste Zeit der 13 Finalteilnehmer ritt Rene Tebbel (Emsbüren) mit Le Patron. Wegen eines Abwurfs erreichte er jedoch nur Rang 4 vor Europameister Ludger Beerbaum (Riesenbeck) mit dem in diesem Jahr mit 727 000 Mark gewinnreichsten deutschen Springpferd Goldfever. Ulla Salzgeber konnte trotz ihres Siegs mit 1571 Punkten am Samstag nicht überzeugen. Sie zeigte mit ihrem Paradepferd Rusty Schwächen in den Piaffen und in den Pirouetten. Die dänische Europameisterschafts-Dritte Lone Jörgensen erreichte mit dem Württemberger Kennedy nach guter Vorstellung mit 1537 Punkten den zweiten Platz. Mannschafts-Olympiasieger Martin Schaudt (Onstmettingen) überzeugte als Dritter mit dem zehnjährigen Hannoveraner Wallach Loriot. Für die viermalige Olympiasiegerin Isabell Werth (Mellendorf) könnte der Grand Prix mit dem erst achtjährigen Oldenburger Wallach Apache als Vierte kurz nach der Trennung von ihrem Trainer Uwe Schulten-Baumer die Wende zu besseren Zeiten sein. Zum zweiten Mal nach 1999 gewann am Abend der Däne Lars Petersen mit Cavan die Dressur-Kür. In einer spannenden und auch knappen Entscheidung verwies er mit 82,25 Punkten die Favoritin und Mannschafts-Europameisterin Nadine Capellmann (Aachen) mit ihrem bewegungsstarken elfjährigen Westfalenwallach Farbenfroh auf den 2. Platz (81,97 Punkte). Die viermalige Olympiasiegerin Isabell Werth (Mellendorf) erreichte mit ihrem derzeit besten Pferd Antony Rang 3. Ex-Weltmeister Freund feierte in Stuttgart seinen achten Sieg. Der 47-jährige Weltranglisten-Erste ließ bei der Weltcup-Premiere im kombinierten Hindernisfahren für Vierspänner seinen fünf Konkurrenten in der Schleyer-Halle keine Chance. «Ich wurde sehr unter Druck gesetzt. Das war mein bislang schwierigster Sieg in Stuttgart», sagte Freund, der 10 000 Schweizer Franken (etwa 13 000 Mark) für seinen Erfolg erhielt. Der Hesse benötigte 120,89 Sekunden. Ludwig Weinmayr (Fischbachau), der ehemalige deutsche Meister, wurde in 128,88 Zweiter. Der Schweizer Willi Melliger gewann mit Scutt die Springprüfung der Klasse S im Stechen ohne Fehlerpunkte in 40,15 Sekunden. Albert Voorn (Niederlande), Silbermedaillengewinner von Sydney, kam mit Keaton (0/41,21 Sekunden) ganz knapp auf den 2. Platz vor dem derzeit im Weltcup führenden Toni Hassmann (Lienen) mit Goldika (0/42,25). |
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