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| Pferdestudien in großer Perfektion Harald Polomsky stellt im RAZ aus kh Soltau. Ein Pferd zu sehen ist eine Sache – es korrekt zu malen eine andere; diese Erfahrung machte der Grafik-Designer Harald Polomsky, als er sich zum ersten Mal dem Thema Pferd als Motiv widmete. Grund genug für den Künstler, dem Problem analytisch zu begegnen – er beobachtete Pferde über einen langen Zeitraum, belegte einen Fahrkurs, studierte Anatomie, Gangarten und Ausdruck von Pferden. Mit diesem Wissen und vielen Beobachtungen ausgestattet, widmete sich Polomsky erneut der Darstellung von Pferden. Entstanden sind Bewegungsstudien, Bilder, in denen Ausdruck und Charakter des Pferdes eine große Rolle spielen, ohne daß die technische Perfektion dabei zu kurz käme. Insgesamt 19 Bilder des Künstlers sind in einer Dauerausstellung im Reitsportausrüstungszentrum Soltau in der Winsener Straße zu sehen. Die Bilder können käuflich erworben werden, Polomsky ergänzt die Austellung regelmäßig. Pferde übten bereits früh eine Faszination auf Harald Polomsky aus. Sein Elternhaus in Brunsbüttel lag am Marktplatz, wo ab und zu ein kleiner Zirkus gastierte – der Umgang mit den Tieren, speziell den Pferden, fesselte Polomsky. Von 1975 bis 1978 ließ er sich am Lette-Verein Berlin zum Grafik-Designer ausbilden, war parallel in Grafik-Ateliers in Berlin tätig. Ab 1979 abslovierte Polomsky ein Studium der Malerei an der Hochschule der Künste in Berlin, wurde 1985 Meisterschüler von Professor Rudolf Kügler und arbeitet seit 1985 als freischaffender Künstler. Ausstellungen des Künstlers waren bereits in vielen renommierten Galerien zu sehen. Außerdem ist Harald Polomsky, der seit einigen Jahren in Fintel wohnt, Gewinner des „Kunst-am- Bau“-Wettbewerbes Sonderschule L, Brunsbüttel, hat Emailarbeiten zu den Wappen für das Rathaus Berlin Schöneberg geschaffen. Zu seiner Arbeitsweise erklärt der Künstler: „Jedes Pferd ist ein Individuum. Um typische Verhaltensweisen und die Körpersprache des Pferdes kennenzulernen, beobachte ich es oft und versuche, das Besondere zu erfassen. Interessant und sehr wichtig ist für mich auch, was der Besitzer über das Tier erzählt. Langsam reift die Idee, wie der Persönlichkeit des Pferdes am besten Ausdruck zu verleihen ist. Bleistiftskizzen und Notizen im Block, auch Fotografien, Kreidezeichnungen und Aquarelle folgen. Die Ausführung in Tempera schließt an das Wissen der davor entstandenen Arbeiten an und rundet den Entstehungsprozeß ab.“ |
| Mit der Postkutsche rund um Schwerin Von Heidemarie Pütz, dpa Schwerin (dpa/gms) - Stattliche Pferde sind der Postkutsche vorgespannt, mit der es am Südufer des Schweriner Sees entlang ins nahe Umland geht. Was dem Großherzog von Mecklenburg einst gefiel, reizt heute Besucher: Durch die Landschaft kutschiert zu werden und danach in einer der bedeutendsten Gartenanlagen des Historismus, dem am See gelegenen Burggarten, zu lustwandeln. Im 21. Jahrhundert mit vier Pferdestärken beschaulich durch die Landschaft zu reisen, ist allerorten eine Attraktion. Es wird gehupt, vom Fahrrad gestiegen und gewunken. Denn der orginalgetreue Nachbau einer Postkutsche von 1806, mit modernen Bremsen aufgerüstet und vom TÜV abgenommen, kann sich mit seinem Vierergespann sehen lassen. Das historische Vorbild, eine englische «Mailcoach», gefiel dem mecklenburgischen Großherzog so gut, dass er sie auf der um 1900 neu eröffneten Postkutschenlinie Schwerin-Gadebusch einsetzen ließ. Über eine Drehbrücke, die den Burgsee vom Schweriner Binnensee teilt, biegt das historische Gefährt vom Schweriner Schloß in den Schloßgarten ein. Die barocke Anlage mit Kreuzkanal, Lindenalleen und Blumenrabatten erhielt im 19. Jahrhundert durch Hofgärtner Theodor Klett weite Laubengänge und breite Rasenflächen. In früheren Zeiten pflegten im Schloßgartenbezirk adlige Hofangestellte und hochstehende Beamte zu wohnen. Inzwischen zeigen sich die stattlichen Villen in neuem Glanz. Heute finden sich hier die Adressen von Ministerien, Industriellen und westdeutschen Erben. Nichts erinnert mehr an die Tristesse vergangener DDR-Zeiten. Bisweilen muss die Postkutsche die Moderne kreuzen. Aber Straßenverkehr irritiert die trainierten Pferde wenig. Postillion und Pferdezüchter Helmut Deutschkämer, mecklenburgischer Vizemeister im Mehrspännig-Fahren, und sein Kompagnon Jörg Pulter sind ein eingespieltes Team. «Prrr, Ikarus», «Brav, Medina», «Gloria, willst du wohl», bekommen die mecklenburgischen Warmblutpferde ab und an vom Bock zu hören. Mit ruhiger, aber bestimmter Hand werden sie im Zaum gehalten. Nicht immer reiste es sich mit Pferdegespannen so behaglich. Früher war es eher ein Abenteuer. Zumal im alten Mecklenburg auch die Zufahrtsstraßen zur Residenzstadt Schwerin in einem erbärmlichen Zustand waren. «Kutschen und Reisewagen stürzen um, Achsen und Deichseln brechen. An manchen Stellen liegen Trümmer von verunglückten Wagen», heißt es um 1800 in einer Reisebeschreibung. Damit müssen Passagiere von heute nicht mehr rechnen. Vorbei am Faulen See, den selten ein Wellenschlag in Wallung bringt, geht es über die Schloßgartenallee hinein in den bewaldeten Franzosenweg. Der Blick aus dem Innern der Kutsche gibt allem ein dunkles Passepartout. Und so zieht das Südufer des Schweriner Sees wie eine alte gerahmte Landschaftsmalerei gemächlich vorbei. An Seen mangelt es in und um Schwerin wahrlich nicht. Aber mit seinen 64 Quadratkilometern ist der Schweriner See, an dessen Südspitze die Stadt liegt, nach Boden- und Chiemsee der drittgrößte in der Bundesrepublik. Bereits 1852 dampfte hier das erste Boot der späteren «Weißen Flotte» von der Schloßbucht nach Zippendorf, einem damals bereits beliebten Ort für Ausflüge und Landpartien der Schweriner Bürger. Vorbei an Schwerins Seebad und der Mueßer Bucht mit Blick auf die beiden Inseln Kaninchenwerder und Ziegelwerder bekommen die Pferde in Mueß eine Pause. Der alte Ortskern wurde als Freilichtmuseum eingerichtet. In einem Hallendielenhaus aus dem 17. Jahrhundert, einer Schmiede, einer Schule und einem so genannten Büdnerhaus eines Kleinbauern läßt sich erahnen, wie hart das bäuerliche Leben damals war. Eineinhalb Stunden dauert der Rückweg per Kutsche von Mueß zum Schloss. Nach einer sechs Jahre dauernden Sanierung wurde hier im vergangenen Jahr der bemerkenswerteste Teil der historischen Gärten Schwerins wieder eröffnet. Entworfen vom sächsischen Architekten Gottfried Semper und des preußischen Gartenbaudirektor Peter Joseph Lenné, knüpft die Anlage an die Tradition von Villen- und Terrassengärten der italienischen Renaissance an. Mit Hilfe des Gartens, einer Grotte, der dreiflügeligen Orangerie und deren Dachbegrünung verschmelzen das Schloss, der See und die Umgebung zu einer Einheit. Der Wandel vom naturnahen Landschaftspark am Seeufer zu den streng ornamental gestalteten Beeten des oberen Gartens ist fließend. An einem klaren Tag bietet die Kunstlandschaft mit den weißen Segelbooten im Hintergrund südliches Flair unter norddeutscher Sonne. |
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