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http://www.familie-fraembs.de - Zuletzt aktualisiert am: 20.12.2004





        

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Streifen hoch zu Roß in der Heide

Polizeireiter sind im Naturschutzgebiet rund um den Wilseder Berg unterwegs

wu Niederhaverbeck. Hoch zu Roß sind Polizeistreifen in der Heide unterwegs.

Rund um den Wilseder Berg helfen sie bis Oktober Besuchern, ahnden aber auch Verstöße und verhindern Straftaten. Die erste „Schicht“ ist beendet, sechs Wochen lang waren der 44jährige Polizeikommissar Claus Aumund mit seinem Pferd Quincy und die 41 Jahre alte Polizeihauptmeisterin Angela Decher mit Jupiter imEinsatz. „Es war bis jetzt relativ ruhig, die Saison beginnt ja erst“, zog Claus Aumund gestern Bilanz.
Die Beamten, die sonst beispielsweise bei Fußballspielen oder Demonstrationen Dienst tun, sind für die Saison von der Reiterstaffel Hannover abgeordnet und haben inWilsede Quartier. Sie sollen hoch zu Roß vor allem über den Naturschutz wachen. Fünf bis sechs Stunden sind sie am Tag im Sattel. Funkgerät und Schreibutensilien wie den „Knöllchenblock“ haben die beiden in der Satteltasche.

Der Bedarf in der Heide ist da: Rund zweieinhalb Millionen Menschen strömen jährlich ins Naturschutzgebiet. An Spitzentagen sind bis zu 20000 Menschen am Tag unterwegs, wie Jens Tönnießen, Pressesprecher des Vereins Naturschutzpark (VNP), erläuterte.

In erster Linie sollen die Beamten den Heidebesuchern helfen und sie beraten, beispielsweise ihnen den richtigen Weg weisen oder Vermißte suchen. „90 Prozent sind Hilfe und Information, zehnProzent Sanktion“, verdeutlichte Polizeihauptkommissar Wiking Dürre, Leiter Einsatz- und Streifendienst des Polizeikommissariates Munster, dem die Reiter unterstehen. So achten die Beamten hoch zuRoß vor allem darauf, daß die naturschutzrechtlichen Bestimmungen eingehalten werden. Denn die Besucher dürfen keine Heide pflücken und weder Beeren noch Pilze sammeln. Daneben darf kein Feuer gemacht werden, Hunde haben an der Leine zu sein. „Nur zwei Prozent der Bundesrepublik sind Naturschutzgebiet, dort sollte man das unterlassen, was man woanders machen kann“, begründete Tönnießen die Verbote.

Außerdem richten die Beamten ihr Augenmerk auf die Großparkplätze, um Autoaufbrüche zu verhindern. „Ein wesentlicher Aspekt ist die Erhöhung des subjektiven Sicherheitsempfindens“, so Dürre. Ein beliebtes Vergehen: Autofahrer steuern mit dem Wa-gen direkt Wilsede an. Doch Autos dürfen nur mit Genehmigung ins Naturschutzgebiet fahren. Auch das Überprüfen der Kutschen und der Pferde gehört zu ihren Aufgaben.

Polizeireiter sind seit den 50er Jahren im Naturschutzgebiet eingesetzt. „Für uns ist das unheimlich wichtig“, betonte VNP-Geschäftsführer Mathias Zimmermann. „Es ist enorm wichtig, daß das fortbesteht.“ Ob es auch im nächsten Jahr Reiterstreifen gibt, ist laut Polizei noch offen. Denn aufgrund der Weltausstellung besteht ein erhöhter Bedarf an berittenen Polizisten in Hannover.
 

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